Moving Energies – 10 years me Collectors Room Berlin (29.02. – 17.05.2020)


10 Jahre me Collectors Room Berlin – dieses Jubiläum wird vom 29. Februar bis 17. Mai 2020 mit einem sehr persönlichen Einblick in die Olbricht Collection und die Aktivitäten der Stiftung gefeiert.

Energieflüsse bewegen uns, unsere Welt und das Universum. Als Fließen von Energie beschreibt auch der Sammler Thomas Olbricht sein Kunsterleben und -leben. Es ist diese Dynamik, die er gern mit vielen Menschen teilt. Auf diesen Wunsch geht die Namensgebung seines Ausstellungshauses zurück: moving energies – me Collectors Room Berlin.

Moving Energies, Energieflüsse, die sich aus dem Zusammenspiel verschiedenster Objekte, Genres oder Epochen ergeben, sind gleichermaßen ursächlich für den Eklektizismus der Olbricht Collection: Da gibt es Feuerwehrautos, Jugendstilobjekte, romantische Landschaftsmalereien, aber auch Designermöbel, afrikanische Holzskulpturen, Briefmarken, Globen oder altmeisterliche Stillleben und neben den Wunderkammerobjekten aus Renaissance und Barock vor allem zeitgenössische Kunst. In den privaten Räumen des Sammlers finden all diese Objekte zusammen. Französische Jugendstilvasen gruppiert vor einem romantischen Sonnenuntergang Carl Robert Kummers, Skulpturen Ewald Matarés gebündelt im Regal neben einer abstrakten Farbexplosion von Katharina Grosse oder barocke Drechselobjekte vor einem schwarz-weißen Film Still von Cindy Sherman – teils eigenwillige Zusammenstellungen fügen sich zu dem ganz subjektiven Universum des Sammlers.

Im Frühjahr 2010 eröffnete Thomas Olbricht den me Collectors Room Berlin, um seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In rund 20 Ausstellungen wurden immer wieder einzelne Teilbereiche beleuchtet. Die Ideen für die Ausstellungen, aber auch die Inspiration, Kunst für die Olbricht Collection zu erwerben, entstehen auf Reisen, in anderen Ausstellungen oder auf Kunstmessen. Die Reflexion dieser Ideen und das Heranreifen der konkreten Formulierung erfolgt überwiegend im privaten Umfeld: Zuhause, wo Kunst, Bilder, Einladungen, Auktionskataloge und die Sammelfelder präsent sind.

Diese privaten Räume werden in „Moving Energies“ in einem Szenenbild nachgebaut, um den Besucher*innen seine Inspirationen und Gedankenwelten unmittelbar zugänglich zu machen. Sämtliche Sammelbereiche, wovon manche seit Jahren kontinuierlich im Fokus stehen, während andere Bereiche Phasen unterworfen sind, werden zusammengebracht. In der Ausstellung werden sie in den vermeintlich privaten Räumen inszeniert, um den kreativen Prozess des Sammelns in allen Facetten zu verdeutlichen.

Schon als Fünfjähriger beschäftigte sich Thomas Olbricht mit dem Sammeln von Briefmarken und ist, bis heute, begeisterter Liebhaber der ersten Marken aller Länder. Auch begleitet er die amerikanische Künstlerin Taryn Simon seit Beginn ihrer Karriere und sammelt seitdem kontinuierlich Fotografien aus allen Werkphasen. Außerdem hat er durch jahrzehntelange Akribie das Editionswerk Gerhard Richters mit seinen über 170 Arbeiten vervollständigen können. Im Rahmen der Ausstellung wird ein Raum den abstrakten Werken Richters aus der Sammlung gewidmet. Die Wunderkammer, mit kostbaren Exponaten aus Renaissance- und Barockzeit, ist ein weiterer Sammelbereich, der seit vielen Jahren im Fokus steht, wie auch Feuerwehrautos oder Pflanzenmodelle aus Pappmaché, die zur Jahrhundertwende einen festen Platz in deutschen Schulen hatten. In der Ausstellung findet man zudem Arbeiten aus vergangenen, teils monografischen, teils thematischen Präsentationen. Werke von Cindy Sherman, Claire Fontaine, Thomas Schütte, William C. Copley, Andreas Slominski oder Sigmar Polke vermischen sich mit bisher nicht gezeigten Positionen wie Pippilotti Rist, Dana Schutz, Timm Ulrichs, Nicole Eisenman, Peter Halley, Katharina Grosse, Anselm Kiefer, Ernst Wilhelm Nay oder Karin Kneffel.

Gerade die Zusammenschau all dieser Sammelbereiche in seinem Zuhause ist es, aus der Thomas Olbricht die Energie zieht, die ihn um- und auch immer wieder antreibt. Mit „Moving Energies“ gewährt der Sammler den Besucher*innen einen einmaligen, ganz persönlichen Einblick.

Veranstaltungen
Zur Ausstellung gibt es wieder ein umfassendes Rahmenprogramm mit öffentlichen Führungen jeden ersten Samstag im Monat, Workshops für Kitas und Schulklassen, Art & Mindfulness Workshops für Erwachsene, dem offenen Kinder- und Jugendprogramm und unserem Wochenprogramm mit täglich wechselnden Sonderangeboten.

Folgende Expertengespräche finden statt:
12.03., 18.30 Uhr: Kunst & Genuss – Thomas Olbricht im Gespräch mit Markus Otto Graf
01.04., 18.30 Uhr: Wunderkammer Olbricht – Faszination des Sammelns. Georg Laue, Thomas Olbricht und Dirk Syndram im Gespräch
26.04., 16 Uhr: Gerhard Richters Farbtafelbilder. Ein kunsthistorischer Vortrag von Hubertus Butin

Medienpartner

          

       

Abbildungen & Copyrights (v.l.n.r. & v.o.n.u.)
Karin Kneffel, Ohne Titel, 2005, 200 x 230 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Olbricht Collection, Photo Jana Ebert
Anselm Kiefer, Wundtau regnet, 2011, 380 x 380 cm © Anselm Kiefer / Olbricht Collection, Photo Charles Duprat
Dana Schutz, Fanatics, 2005, 229 x 244 cm © the artist, Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin and Petzel Gallery, New York / Olbricht Collection, Photo Jochen Littkemann
Nicole Eisenman, Mining II, 2005, 153 x 198 cm © Courtesy the artist and Galerie Barbara Weiss, Berlin / Olbricht Collection, Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
Katharina Grosse, o.T. 2014, 201 x 135 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Olbricht Collection
Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 2017, 155 x 105 cm © Gerhard Richter 2019 (0247) / Olbricht Collection
Peter Halley, Emulation, 2002, 227,3 x 206,4 cm © Peter Halley / Olbricht Collection
William N. Copley, Untitled (Think), 1961, 63,5 x 80 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Olbricht Collection
Ernst Wilhelm Nay, Sonnenweg, 1956, 85 x 200 cm © Elisabeth Nay-Scheibler, Köln / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Olbricht Collection
Anonym, Dresden im Abendlicht, um 1850/60, 24,5 x 45 cm © Villa Grisebach, Berlin / Olbricht Collection
Sammlung Feuerwehrwagen © Olbricht Collection, Photo Jana Ebert
Esaias zur Linden, Höfisches Trinkgefäß in Form eines Schiffes, Nürnberg, um 1609-1629, ca. 56 x 26 x 9 cm © Kunstkammer Georg Laue München, Olbricht Collection

Gerhard Richter – Portraits aus der Olbricht Collection

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Der Fokus der ausgestellten Werke von Gerhard Richter, der international als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart gilt, liegt auf den Menschenbildern – seit den 1960er Jahren eines der zentralen Themen auch seiner Editionen.

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