Staunen
Die Wunderkammer erweckt die Tradition der Kunst- und Wunderkammern aus der Renaissance und dem Barock zu neuem Leben. Sie gibt einen Einblick in die Weltanschauung und den Wissensstand vergangener Jahrhunderte und schafft das, was eine Wunderkammer schon vor 200-500 Jahren konnte: Den Besucher in Staunen zu versetzen – ob durch das sagenumwobene Einhorn, das heute vom Kenner als Stoßzahn des Narwales entlarvt wird, einen lichtdurchfluteten Bernsteinspiegel, gefertigt aus dem „Gold des Nordens“ oder Kabinettmöbel, die nur dem genauen Betrachter seine Geheimnisse offenbaren.
Entdecken
Die Qualität der Objekte ist einzigartig und macht unsere Wunderkammer mit über 150 Exponaten aus Renaissance und Barock zu einer der bedeutendsten Privatsammlungen ihrer Art. In der Gegenüberstellung mit Werken aus der aktuellen Kunst entfaltet sie ihre ganz eigene Wirkung. Einen Schwerpunkt setzt die ständige Sammlung auf den Bereich Vanitas („Bedenke, dass Du sterben wirst“). Schon im Barock wurde der Tod mit Andacht, Interesse und Humor in Szene gesetzt. Den Interpretationsspielraum dieser Thematik zeigt ein anatomisches Modell, das in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts entstand. Organe und Fötus des aufgebahrten Körpers einer Schwangeren sind herausnehmbar und animieren so zu einem spielerischen Umgang mit dieser Miniatur.
Verstehen
Die Objekte der Wunderkammer faszinieren und ziehen den Neugierigen in den Bann eines kleinen, eigenen Universums mit enzyklopädischem Charakter. Und tragen nicht zuletzt zu einem tieferen Verständnis der universellen Zusammenhänge von Kunst, Natur und Wissenschaft bei.
Konzeption, Installation und Betreuung der WUNDERKAMMER OLBRICHT erfolgt durch die Kunstkammer Georg Laue, München.
Hören Sie hier einen Beitrag über Thomas Olbricht und die Wunderkammer von Margit Miosga. Ausgestrahlt am 18.6.2011 bei rbb Kultur am Morgen.
rbb Kulturradio am Morgen_18.6.2011_07h10_Porträt Thomas Olbricht von Margit Miosga
Führungen durch die Wunderkammer und durch die aktuelle Ausstellung können gebucht werden bei art:berlin.


